Aufbruch zu neuen Ufern

Zwei Themen prägten am Freitag, 29. Mai 2026 die Versammlung der Fachgruppe Wagnerei & Skibau: Die Übergabe des Präsidentenamtes von Christain Ambauen an Thomas Koch sowie die Weichenstellung für die Zukunft der beiden Handwerke. 

"Alles hat ein Ende, nur die Wurst hat zwei": mit diesen Worten eröffnete Christian Ambauen die 54. Generalversammlung (GV) der Fachgruppe Wagnerei & Skibau in Stein am Rhein SH. Eine Aussage, welche auf die beiden Hauptthemen der GV passte: den Rücktritt Ambauens als Präsident und die klassische Ausbildung zum Wagner respektive Skibauer. 

Rochade im Präsidium
Ambauen war 2014 in den Vorstand gekommen und hatte 2017 das Präsidium übernommen. Dass er nun kurz vor Ablauf der Amtsdauer zurücktritt, erklärte er mit dem geplanten Ausbau seines Unternehmens, der Ambauen Treppen AG in Beckenried NW. Als abtretender Präsident freute er sich darüber, dass die Suche nach einem Nachfolger lediglich "von der Küche zur Stube" geführt habe, womit er ausdrückte dass mit Thomas Koch der ideale Nachfolger bereitgestanden habe. So sahen es auch die 17 Stimmberechtigten: Sie wählten den Inhaber der Koch Wagnerei-Antikschreinerei in Glattfelden ZH einstimmig zum neuen Präsidenten. "Christian hat viel gemacht für die Sichtbarkeit unserer Berufe" sagte der frisch gewählte Präsident, der bereits seit zehn Jahren im Vorstand ist. "Ich bin froh dass ich weiterhin auf seine Erfahrung zählen kann." Es brauche Menschen, die sich für den Beruf einsetzen, Spezialisten im Massivholz, welche fähig sind, Traditionelles mit Modernem zu verbinden. Ambauen wird dem Vorstand als Vizepräsident erhalten bleiben. 

Schreiner mit Zusatzdiplom
Das zweite grosse Thema der GV war die Abstimmung zur Lehrreform, welche von Rolf Kümin, Bereichsleiter Bildung des VSSM, erläutert wurde. Bisher war die Ausbildung zum Schreiner respektive zur Schreinerin in die vier Fachrichtungen Möbel/Innenausbau, Bau/Fenster, Wagner und Skibau unterteilt, neu sollen die Fachrichtungen durch die Schwerpunkte Produktion, Montage und Planung ersetzt werden. "Weg von der Produktorientierung hin zu Prozessorientierung", fasst Kümin den Schritt zusammen. Da es mit dieser Änderung keinen klassischen Abschluss zum Wagner oder Skibauer gebe, sei man mit Mitgliedern der Fachgruppe zusammengesessen, um eine gute Lösung auszuarbeiten. So soll ab 2028 eine Schreinerlehre mit zusätzlichem VSSM-Diplom "Wagnerei/Skibau" angeboten werden. Lernende, die sich für den Schwerpunkt Produktion entscheiden, sollen die Möglichkeit haben, zusätzliche Fachkurse zu besuchen, um die Fähigkeiten eines Wagners oder Skibauers zu erwerben. Auf diese Weise hätten sie dann einen Abschluss als Schreiner/Schreinerin und zusätzlich das spezifische Diplom. Der Vorschlag wurde einstimmig gutgeheissen.

Alles hat ein Ende....
Der Jahresrückblick zeigte, wie aktiv und mit wie viel Berufsstolz die Fachgruppe mit ihren 14 Aktivmitgliedern unterwegs ist. Da das Traktandum der Bildungsreform viel Raum einnahm, wurden die weiteren Geschäfte etwas kürzer abgehandelt, und so fand die GV nach fast drei Stunden - im Gegensatz zu besagter Wurst - ein Ende und führte zum geselligen Teil der zweitägigen Veranstaltung über. 

Monika Hurni

www.wagnerei-skibau.ch